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Priester – Der Gegenwart Christi dienen |
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„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt.“ Joh 15,16 |
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„Im Gespräch...“ |
Ein heißes Eisen, das immer aktuell ist und im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht, sind Priester. Zwar versteht unsere Gesellschaft vieles im Leben der Priester nicht, dennoch (oder gerade deshalb?) interessieren sich die Menschen für sie. |
Bedauerlicherweise wird mehr über Priester als mit ihnen gesprochen. Der oft zitierte Priestermangel ist zum Gesprächsthema geworden. Tatsächlich sind viele Gemeinden davon betroffen. Besonders eifrige Beobachter wollen wissen, wann der letzte Priester geweiht werden und wann es in unserer Ortskirche keine Priester mehr geben wird. Diese Äußerungen weisen auf eine Besorgnis erregende Entwicklung. Sie gibt Anlass zum Nachdenken und zur Besinnung. |
Berufung – ein unmodernes Wort? |
Wir erleben heute eine zunehmende Nivellierung des Berufungsbegriffes. Viele Menschen reagieren auf jede Besonderheit von Berufungen aggressiv: In unserer Gesellschaft sollen alle gleich sein! Unterschiede werden als Kränkung oder unzulässige Privilegierung aufgefasst. Diese Nivellierungstendenz macht es nahezu unmöglich, über geistliche Berufungen unbefangen zu sprechen. |
Als Getaufte sind wir alle Berufene . Die damit verbundene Verantwortung soll uns bewusst sein. |
Der Herr ist mit uns |
In den unterschiedlichen Berufungen lebt der eine Christus in der Kirche weiter. In ihnen leben gleichsam unterschiedliche Gesten des Erlösers selbst fort. Zum Beispiel in der Ehe wird der Gestus der Inkarnation deutlich dargestellt. Jede Berufung hat in einer bestimmten Hinsicht ein „Mehr“, was kein Gegensatz, sondern eine Ergänzung und ein Geschenk für die andere bedeutet. Es ist notwendig, neben der Förderung des Berufungsbewusstseins aller Christen auch über das Besondere der jeweiligen Berufung, also auch über das Spezifikum und die Bedeutung der Priesterberufung zu sprechen. Kein Priester nimmt sich eigenmächtig seine Würde, sondern nur, wer von Gott berufen ist. |
Priester sind „nur“ Priester und gerade so für das Ganze unersetzlich. Man könnte sagen: Es gibt das Priesteramt, damit Christus in der Mitte Seiner Gemeinde sichtbar bleibt. Am dichtesten geschieht das in der Eucharistie. Durch den Priester wird die eucharistische Gegenwart Jesu aus der Vergangenheit in das „Heute“ geholt und für die Gläubigen erfahrbar. Gottes Gegenwart wird unter uns auf dem Altar. Der Priester steht als sakramentales Zeichen für Christus, der der eigentliche Priester ist. Alle anderen Tätigkeiten des Priesters empfangen von dieser sakramentalen Mitte her ihre Prägung und Rangordnung. In allem soll Christus aufleuchten. |
Christus ruft Menschen und sendet sie: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“ Das ist der Kern des Priestertums – diese Identität, diese Lebens-Gemeinschaft und Schicksals-Gemeinschaft um Jesus Christus. |
Die Funktion des Priesters ist keine menschliche oder gesellschaftliche Funktion; sie ist göttliche Vollmacht und göttliches Wirken. So wie bei anderen Berufungen, in ihren wesentlichen Aufgaben können der Priester und sein Wirken durch nichts und niemanden ersetzt werden. |
Wer, zum Priester berufen, den Sprung in die Arme Gottes wagt, darf darauf vertrauen, dass Gott ihn durch dieses Leben bis in die Ewigkeit trägt. Der Priester verkündet Gottes Wort, damit die Gläubigen zu Gott geführt werden. Gottes Wort findet oft Widerspruch, aber es ist ein Wort, das die Geister zur Scheidung und zur Ent-Scheidung herausfordert. Die Sakramente der Kirche sind dem Priester zum Heil der Gläubigen anvertraut. Das Erbarmen, die Liebe und Güte Gottes, mit der Er die Seinen sucht, sind Auftrag, Element, Kraft und Vollmacht des Priesters. |
Wie sich Christus mit dem Priester identifiziert, muss sich auch der Priester mit dem Herrn identifizieren. Das ist seine Aufgabe, sein Lebensprogramm. Der Herr ist in ihm und mit ihm. So hat jeder Mensch das Recht, im Priester Christus zu begegnen. Das ist etwas Großes, das ist Priestertum in seiner ganzen Fülle. So wird der Priester zum Segen auch für unsere Zeit werden. |
Als Diener in der Gegenwart Christi zu leben und das Berufungsbewusstsein in Christen zu wecken, gehört zu den schönsten, erfüllendsten und beglückendsten Aufgaben eines Priesters. |